Mahn- und Ehrenmale der Heimatvertriebenen in Hessen

In Hessen gibt es eine Vielzahl von Gedenkstätten (Gedenksteine, Kreuze, Gedenktafeln) der Heimatvertriebenen. Sie sollen vor allem Orte des Gedenkens der Toten der Heimat sein, darüber hinaus aber auch an das Unrecht der Vertreibung erinnern.

Der 2. Weltkrieg brachte furchtbares Leid über die Menschen in aller Welt.

Nach dem Zusammenbruch der deutschen Ostfront in den Jahren 1944/45 verloren über zwölf Millionen Deutsche durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat; 2,2 Millionen von ihnen büßten dabei ihr Leben ein.

An diese Ereignisse und deren Opfer erinnert kein vom Staat errichtetes Denkmal; bestenfalls hat einmal eine Stadt oder ein Kreis eine Erinnerungsstätte geschaffen.
Trotzdem bestehen zahlreiche Ehrenmale und Gefächtnisstätten für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Sie wurden bis auf die, welche von Kommunen errichtet wurden, durch Vertriebenenorganisationen erstellt.

Viele der Mahn- Ehrenmamle waren Stätten, wo die Flüchtlinge und Vertriebenen das ganze Jahr über beteten, Blumen niederlegten und Lichter anzündeten, da ihnen der Zugang zu den Gräbern ihrer Angehörigen verwehrt war - und weil viele zudem gar nicht wußten, wo Angehörige und Freunde ihre letztze Ruhestätte gefunden hatten.
Die Mahn- und Ehrenmale sollen aber auch deshalb an das furchtbare Unrecht der Vertreibung und deren Opfer erinnern, dass sich solches nicht wiederhole; denn: "Schweres Unrecht darf man nicht verschweigen, umschreiben, herunterspielen. Man muß es ehrlich erkennen, bekennen und durch konstruktives Handeln in Gegenwart und Zukunft überwinden. Die Wunden muß man sehen und heilen." (Vertriebenenbischof Gerhard Pieschl, Limburg, 1992 in seiner Danksagung anläßlich der Verleihung des Karlspreises an ihn.)

Mögen die hier vorgestellen Mahn- und Ehrenmale der Vertriebenen in Hessen dazu beitragen, den furchtbaren Blutzoll der Flüchtlinge und Vertriebenen nicht zu vergessen und das Unrecht der Vertreibung im Sinne des angeführten Zitates von Weihbischof Pieschl aufzuarbeiten.

Wiesbaden, November 1992
Hans Jandl
Landeskulturreferent

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